Grundinstandsetzung der Leineabstiegsschleuse

Bei der Leineabstiegsschleuse handelt es sich um eine alte Schleuse, die am Verbindungskanal zwischen dem Mittellandkanal und dem Fluß Leine im hannoverschen Stadtteil Limmer liegt.

Die Schleuse wurde etwa 1915 gebaut und war seither nahezu unverändert. Mittlerweile ist die Schleuse verkehrstechnisch relativ unbedeutend: neben ein paar Schiffsbewegungen des Wasser- und Schiffahrtsamtes verkehrt im Sommer ein Ausflugsdampfer auf der Route. Aus diesem Grund ist an der Schleuse bislang auch noch Muskelkraft angesagt gewesen: die Tore mußten von Hand auf- und zugekurbelt werden.

Da die Schleuse allerdings im Schadensfall das Wasser des Mittellandkanals in die Leine fließen lassen würde, hat man sich zu einer umfangreichen Sanierung der Schleuse entschlossen. Die Arbeiten wurden im September 2006 begonnen und dauerten bis zum Frühjahr 2007 an.

Die Arbeiten umfassten den kompletten Neubau der Schleusenkammer im mittleren Bereich. Insgesamt wurde die Schleuse in diesem Bereich ein ganzes Stück schmaler, da die bisherige, eher bauchige, Form einem Kastenquerschnitt wich.
Um das Gesamt-Erscheinungsbild nicht zu sehr zu verändern, wurden alte, vorhandene Sandsteinelemente wiederverwendet und das Klinkermauerwerk beibehalten.

Kapitel dieser Baustellendokumentation

2006

KW 38 Trockenlegung und Reinigung der Schleuse; Aushub der alten Tore
KW 39 Entfernen von lockerem und überflüssigen Materials
KW 42 Abbrucharbeiten und bohren von Ankerlöchern
KW 43 Bohrarbeiten
KW 44 Stahlarmierung für den Schleusenboden
KW 45 Beton für den Schleusenboden
KW 47 Einbau der Stahlarmierung für die linke Schleusenwand
KW 48 Verschalung der linken Schleusenwand
KW 50 Betonguß der linken Schleusenwand und Verschalung der rechten Seite

2007

KW 1 Entfernung der Grundwasserpumpen und Einbau der Stahlarmierung im vorderen Teil
KW 3 Entfernung der Verschalung und Beginn der Leerrohrverlegung für die elektrischen Anlagen
KW 5 Vorbereitungen für das Einpassen der alten Steinquader
KW 7 Einpassen der alten Steinquader
KW 8 Wiederherstellen des roten Mauerwerks und Beginn der Pflasterarbeiten
KW 10 Weitere Bilder von der Wiederherstellung des roten Mauerwerks
KW 11 Beginn der Kabelverlegung und Einbau der Lager für die Schleusentore
KW 12 Lieferung und Einbau der neuen Schleusentore
KW 14 Montage der Antriebstechnik
KW 16 Entfernen des großen Stahlschotts und Fluten der Schleuse

Die Schleuse vor und nach den Bauarbeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Praktischerweise liegt die Schleuse direkt an einer kleinen Brücke, von der aus man die Baustelle sehr gut überblicken kann.

Über den von den Schleusentoren wegführenden Zahnstangen sind die Kurbelgehäuse zu erkennen, die die manuelle Betätigung der Schleusentore ermöglichen. Für eine Person alleine ist dies ein recht mühsamer Job: nach dem Öffnen bzw. Schließen der einen Torhälfte muß die Schleuse zu Fuß komplett umrundet werden, um schließlich die andere Torhälfte zu öffnen oder zu schließen.

Seit etlichen Jahren ist hier auch kein Schleusenwärter mehr, sodaß eine Schleusung mehr oder weniger rechtzeitig bei der Außenstelle Lohnde des Wasser- und Schiffahrtsamtes angemeldet werden muß.

Hier lagern die Bauteile der sogenannten Nadellehne für verschiedene wasserbautechnische Anlagen in Hannover.

Eine Nadellehne besteht aus vielen nebeneinander gestellten Rohren, die eine Wasserbaustelle sicher gegen Wasser abschottet. Auf einigen noch folgenden Fotos ist die Funktionsweise bei dieser Baustelle zu erkennen.

 

 

 


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